Die Klimacamper vom Strombad

Teilnehmer/innen der Auftaktdemonstration zum Lausitzer Klimacamp.

Apokalyptisch ragen die gelben Riesenmonster von Maschinen in den Sommerhimmel. Ihre Beute ist der Treibstoff für unsere Computer, Lampen, Fahrstühle und andere elektrische Geräte: Kohle. Hier in der Lausitz, eine gute Zugstunde östlich von Berlin, ist derzeit beim Klima- und Energiecamp live zu erleben, welche Umwelt- und Klimaschäden die Kohleverstromung mit sich bringt.

Offener Kohletagabeu Lacoma, nahe der ostdeutschen Stadt Cottbus. Wo die Bagger heute graben, wohnten bis 2005 noch Menschen.

Fast 45 Prozent des Stroms wird in Deutschland mit Kohlekraftwerken hergestellt. Das Kohlekraftwerk Jänschwalde, wenige Kilometer von Cottbus entfernt, ist das zweitgrößte Deutschlands. Es wurde noch zu DDR-Zeiten gebaut, der heutige Betreiber ist der schwedische Staatskonzern Vattenfall. Laut Angaben eines Aktivisten ist das Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von weniger als 40% heute der zweitgrößte Emittent des klimaschädlichen CO2-Gases. Die Kohle für den Klimasünder kommt von offenen Tagebauten aus der Region, wie dem wenigen Kilometer entfernten Lacoma, wo bis vor wenigen Jahren noch Menschen wohnten.

Weiteren Dörfern in der Region droht in den nächsten Jahren das selbe Schicksal wie Lacoma: Sie sollen zu Gunsten des Kohletagebaus von der Landkarte verschwinden. Dagegen wendet sich das Lausitzer Klimacamp, das nur wenige Kilometer entfernt seine Zelte in Cottbus aufgeschlagen hat. Im “Strombad”, dem ehemaligen Schwimmbad der Stadt Cottbus idyllisch gelegen an der Spree, suchen die Klimacamper/innen gemeinsam nach Lösungen und Strategien für eine CO2-arme Energiezukunft. Die Öffentlichkeit auf die klimaschädlichen Folgen der Kohleverstromung aufmerksam zu machen ist ihnen ebenso ein Anliegen, wie sich untereinander zu vernetzen. So nahmen am Samstag, den 11. August bei der Auftaktdemonstration durch die Cottbusser Innenstadt laut Veranstalterangaben 150 Menschen teil.

Das Programm des Klimacamps umfasst noch bis Sonntag, den 19. August Ausflüge zu Kohletagebauten in der Region, Workshops zu Themen wie “Kohlekraft in Australien” oder “CO2-Verpressung”. Mit einer campeigenen Bar und einer veganen Gemeinschaftsküche ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Organisiert wird das Lausitzer Klimacamp von einem breiten Bündnis von Umweltorganisationen und Vereinen, wie zum Beispiel der Berliner Gruppe “Gegenstrom”. Wer möchte kann ohne Anmeldung noch bis Sonntag den 19. August nach Cottbus reisen und am Programm teilnehmen. Die Veranstalter/innen bitten um eine Spende als Teilnahmebeitrag nach eigenem Ermessen. >> Zum Programm des Lausitzer Klimacamps…

Text und Bilder: Kerstin Schnatz, Strahlendes Klima e.V.

Video zur Auftaktdemo und zum Klimacamp von “Graswurzel TV”:

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