Hintergrund

Foto: IPPNW

Während in Deutschland die Schlacht um den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken im August 2010 in vollen Gange war, sind wir zum Uran-Kongress ins schweizerische Basel gefahren. Weit weg von den Pro-Atom Anzeigen deutscher Manager und der Ankündigung der Bundeskanzlerin die AKWs müssten noch 10-15 Jahrelänger laufen, haben wir Menschen getroffen, die von längeren AKW-Laufzeiten direkt betroffen sind: 70% des Atom-Brennstoffs Uran liegt auf dem Gebiet indigener Völker. Wir haben fünf indigene Anti-Uran-AktivistInnen aus Abbaugebieten für einen neuen Kurzfilm interviewt.

Hier die Erklärung der indigenen Delegierten des Uran-Kongress im Wortlaut:

Erklärung der indigenen Delegierten des Vorkongresses „Sacred Land, Poisoned Peoples“ an den 19. Weltkongress der IPPNW

In der heutigen Zeit, in der die Zerstörung von Mutter Erde und der Gesundheit der Menschen durch die Erschließung nuklearer Ressourcen immer weiter zunimmt, haben sich Repräsentanten indigener Völker auf dem Vorkongress “Sacred Lands, Poisoned People” getroffen und sich über ihren Widerstand gegen Uranabbau ausgetauscht. Von Kanada und den USA bis Niger, Mali, Namibia, Tansania und Malawi, von Russland und Deutschland, über Australien bis Brasilien und Indien – Völker aus der ganzen Welt, die sich mit den Folgen dieser tödlichen Industrie konfrontiert sehen, haben sich hier zusammengefunden.
Vergangene, gegenwärtige und zukünftige Generationen indigener Völker sind überdurchschnittlich betroffen von Uranabbau, Atomwaffen und der Atomindustrie. Die nukleare Produktionskette führt zu einer radioaktiven Verseuchung der Menschen, des Landes, der Luft und des Wassers. Sie bedroht unsere Existenz und die zukünftiger Generationen. Uranabbau, die Weiterentwicklung von Atomenergie und internationale Abkommen, die die nukleare Produktionskette fördern, verletzten Menschenrechte und das Recht von Mutter Erde auf eine unversehrte Natur. Sie gefährden unser Überleben und unser Recht auf eine eigene Spiritualität, die ohne eine intakte Umwelt nicht gelebt werden kann.

Die gefährlichen gesundheitlichen Auswirkungen radioaktiver Strahlung beginnen mit dem Abbau von Uran. Wir bekräftigen hiermit die Erklärung des World Uranium Hearing in Salzburg, 1992, dass Uran und seine radioaktiven Zerfallsprodukte in der Erde verbleiben müssen. Und wir erklären unsere Solidarität mit all jenen, die für ein Ende des Uranabbaus und seiner Weiterverarbeitung sowie gegen den unverantwortlichen Umgang mit radioaktivem Abfall, Atomenergie und Atomwaffen eintreten.
Wir setzen uns voll und ganz ein für eine atomfreie Zukunft für alle Völker.

 

Hier kannst Du die Ergebnis-Dokumente des Uran-Kongress, auf dem unser neuer Kurzfilm entstanden ist, abrufen.

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